Ziele oder Wünsche – der kleine feine Unterschied


Der Januar ist bereits vorbei. Damit ist jetzt ein guter Zeitpunkt gekommen, die Ende 2021 gesetzten Ziele und Wünsche zu überprüfen: Gab es Veränderungen, müssen sie angepasst oder gar völlig neu aufgesetzt werden? Der Eine wünscht, der Andere zielt lieber! Was ist der Unterschied und wozu gehören Sie?

Ziele sind Zahlen, Daten und Fakten. Sie gehören in unsere analytisch bezogene Betrachtungsweise und die Erreichung dieser wird meist für einen bestimmten Zeitraum SMART festgelegt. Dadurch werden sie überprüfbar. Doch wissen Sie eigentlich, worauf Sie sich mit Ihren Zielen fokussieren? Prüfen Sie doch einmal, ob Ihre Ziele dazu dienen, die Erwartungen anderer, die Beschreibung Ihres Jobs oder die Hoffnungen und Vorstellungen des Partners, der Partnerin oder der Eltern zu erfüllen.

Die Leitplanken der Ziele

Der Weg der Zielerreichung kann mit einer Fahrt auf der Autobahn verglichen werden. Die Navigation zeigt den Zielpunkt, die Route ist klar fixiert und das Gepäck für die Fahrt befindet sich im Kofferraum. Links und rechts der Autobahn finden sich Leitplanken, die für Sicherheit und Stabilität sorgen, die Sie „auf der Spur halten“. Es gibt nur eine Richtung. Vorwärts. Am Zielort angekommen wird das nächste Ziel fixiert und die Reise beginnt von vorne. Trotz dieser Etappen und Erfolge berichten viele meiner Kunden davon, dass ein Gefühl der Leere bleibt. Dass sich keine Zufriedenheit einstellt. Dass es kein wirkliches Ankommen gibt. Dieses Gefühl ist unabhängig von der Art der Ziele, Seins- oder Habensziele.

Eine andere Art, Ziele zu unterscheiden ist …

  • … in sofort erfüllbare Ziele, wenn Sie zum Beispiel jetzt einen Cappuccino wollen,
  • … in nur mit anderen erfüllbare, mehr Umsatz in Abteilung X,
  • … in ideelle Ziele, wie den Weltfrieden und
  • … in selbstständig erfüllbare, wie eine Weiterbildung zu machen.

Klar ist, Sie können Wünsche ebenfalls in diese Kategorien unterteilen. Der markante Unterschied: Bei all diesen Zielen kann es trotz Zielerreichung sein, dass ein unbefriedigtes Gefühl zurückbleibt. Wie sieht das bei Wünschen aus?

Vom Wünschen und Frei-Sein

Wenn wir über Wünsche sprechen und uns die Autobahn-Metapher anschauen, zeigt sich: Bei Wünschen fehlen die stabilisierenden, richtungsweisenden Leitplanken. Die Fahrt der Wünsche ist offener, fantasievoller und man könnte sagen, freier. Und genau darin findet sich großes Potenzial, in den unbeschwerten und freien Emotionen, die bereichern und inspirieren. Und darin liegt auch ein gewisser Charme, denn der Blick für den Bereich außerhalb der Leitplanken bleibt offen. Sie können diese Offenheit geprägt von Neugierde und Kreativität als kraftvolle Gestaltungsquelle nutzen, die Sie von innen motiviert. Diese Quelle hat mit Ihnen zu tun – und nicht mit den Erwartungen und Vorstellungen anderer.

Erinnern Sie sich an Ihre strahlenden Augen als Kind, wenn ein Wunsch in Erfüllung ging? Oder sehen Sie vielleicht gerade die leuchtenden Augen Ihres Kindes vor sich? Das ist eine unsagbare Kraftquelle für den Alltag, privat und vor allem auch beruflich, durch die Motivation und Kreativität steigen und Weiterentwicklung möglich wird.

Und was nun, Ziele oder Wünsche?

Wenn Sie sich jetzt fragen, ob es besser ist, Ziele zu setzen oder Wünsche anzuvisieren – ist dies eine Frage des Geschmacks. Den Unterschied und die jeweiligen Vorteile zu kennen, ist eine wichtige Voraussetzung, um den eigenen Weg zu finden. Wenn Sie mich fragen, liegt mir die Kombination aus beiden. So kann ich die inspirative, kreative Kraft der Wünsche zur Blickwinkelerweiterung und auf Wachstum ausgerichtet mit den SMARTen Kriterien der Ziele verbinden, um Vorhaben und Ideen Wirklichkeit werden zu lassen und in die Umsetzung zu kommen.

Ein paar Tipps für Ihre nächsten Vorhaben
 

  • Schreiben Sie jedes Ziel und jeden Wunsch auf – so geht nichts verloren
  • Unterscheiden Sie nach der Art und gewinnen Sie mehr Klarheit
  • Konzentrieren Sie sich bei den Wünschen auf die selbst realisierbaren
  • Überprüfen Sie bei den Zielen, ob es wirklich Ihre eigenen sind oder Erwartungen von außen
  • Planen Sie SMART und verfolgen Sie die Politik der kleinen Schritte
  • Behalten Sie auch die emotionale Seite im Blick: Sind Sie engagiert, begeistert und motiviert?
  • Vergessen Sie nicht, sich zu belohnen und lernen Sie, Erfolge zu feiern!

Viel Freude damit!

Ihre,
Gloria Potz